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Gesundheitsvorsorge

Gesundheitsvorsorge bei der Norwegischen Waldkatze

Welche Gesundheitsvorsorge sollten die Eltern Ihres Kittens haben?


PKD HCM GSDIV PK-def (autosomal rezessiver Erbgang https://shop.labogen.com/custom/index/sCustom/485 ) FIV FeLV
Würmer Giardien Kokzidien Trichomonaden
Impfungen Katzenschnupfen Katzenseuche Tollwut

Die seriöse Zucht von Rassekatzen bedarf ein hohes Maß an Verantwortung und Fachwissen.
Welche gesundheitliche Probleme gab es ggf. in welchen Linien?
Passen die Stammbäume zusammen? Werden ggf. kritische Linien gekreuzt? Wie hoch ist der Inzuchtkoeffizient?

Auch ein seriöser Züchter kann natürlich nicht alles wissen. Aber mit diesen Fragen wird er sich regelmäßig auseinander setzen und wird sich stetig fortbilden.

Als Liebhaber dagegen muss man sich auf das verlassen, was einem der Züchter erzählt und erklärt.
Aber auch als Liebhaber kann man sich vorab ein paar Informationen holen, damit man nicht völlig blauäugig an die Kittensuche heran gehen muss und am Ende gar bei einem Kitten hängen bleibt, das im Internet als Edelkatze/Edelkatzenmix o.P. (ohne Papiere) beworben wird.

Mögliche genetische Krankheiten die per Gentest ausgeschlossen werden können

Züchter, die im Verein züchten, sind zum Nachweis verpflichtet!!!, dass aus der Verpaarung keine Gefahr für die Kitten droht an der Glykogenspeicherkrankheit Typ IV zu erkranken. Kurz:

GSD IV

Die Krankheit GSDIV ist eine erblich bedingte Fehlfunktion des Glukosestoffwechsels und sie kann speziell bei der Norwegischen Waldkatze auftreten.

Glukose (= allgemein besser als "Traubenzucker" bekannt) ist Energiequelle der Katze.
Im Körper wird die Glukose in der Leber, den Muskeln und in den Nervenzellen gespeichert. Zum Zwecke dieser Speicherung nimmt die Glukose die Form namens Glykogen an. Glykogen ist ein "Vielfachzucker" und setzt sich aus vielen Glukose-Einheiten zusammen. Sozusagen wie "ein Bündel voll Traubenzucker".
Wann immer der Körper Energie braucht, spaltet sich ein Traubenzucker von seinem Speicherbündel ab.
Dafür, dass der Vorgang des Bindens von Traubenzucker an das Speicherbündel und die wieder Abspaltung bei Energiebedarf einwandfrei und reibungslos klappt ist ein Enzym verantwortlich. Das "Glycogen Branching Enzym" (GBE).
Funktioniert dieses Enzym nicht, häuft sich Traubenzucker unkontrolliert in verschiedenen Zelltypen an. Dies führt zu fortschreitenden Organfehlfunktionen.

Genau das passiert leider bei der Krankheit GSD IV.
Kitten sterben meist bei oder kurz nach der Geburt (vermutlich durch Überzuckerung).
Aber es gibt auch Kitten, die nicht sofort sterben, sondern sozusagen mit dieser Krankheit im Gepäck in ihr neues Zuhause ziehen.
Diese überlebenden Kitten haben eine maximale Lebenserwartung von 10-14 Monaten. Ihre Entwicklung ist normal, bis es im Alter von ca. 5 Monaten zu einer fortschreitenden "neuromuskulären Degeneration" (=Rückbildung/Verfall von Zellen, Geweben und Organen in Bezug auf die Nerven und Muskeln) kommt, die letztendlich zum Tode führt.

Autosomal rezessiver Erbgang

Man kann jedoch von Glück sagen, dass diese Krankheit durch autosomal rezessiven Erbgang an die Kitten gegeben wird.

Sowohl die Mama als auch der Papa tragen jeweils zwei Kopien für das Merkmal mit sich. Sie geben jeder jeweils eine dieser beiden Kopien an die Kitten weiter.
Ein Kitten erkrankt somit nur, wenn es sowohl ein betroffenes/krankes Gen von der Mama als auch vom Papa vererbt bekommen hat.
Beide Eltern müssen also das mutierte Gen tragen, um ein krankes Kitten zu zeugen.
Sie selbst müssen dabei aber nicht unbedingt erkrankt sein, sondern können das mutierte Gen unbemerkt, versteckt mit sich herum tragen.

Und genau hier liegt die Gefahr, wenn man ein Kitten kauft, dessen Vorfahren nicht auf GSD IV getestet wurden.

Es gibt einen Gentest, der Aussage darüber trifft, ob die Elterntiere das mutierte Gen tragen und deshalb kranke Babies zeugen können.

Drei Genotypen können vorliegen:

1. Genotyp N/N
= Genotyp normal/normal
Es handelt sich um eine gesunde Katze, die zwei normale, gesunde Gene trägt. Sie trägt die Mutation nicht in sich und kann sie somit nicht an Kitten weitervererben.

2. Genotyp N/mut
= Genotyp normal/mutiert
Es handelt sich um eine gesunde Katze. Sie trägt ein normales, gesundes Gen und ein krankes, mutiertes Gen. Da das gesunde Gen gegenüber dem mutierten "dominant" ist, wird sie selbst nicht an der Krankheit erkranken. Aber sie trägt die Mutation versteckt mit sich und kann sie an ihre Kitten weiter geben. Diese Wahrscheinlichkeit liegt immerhin bei 50%. Diese Katze darf daher auf keinen Fall mit einer Katze verpaart werden, die auch das mutierte Gen versteckt mit sich trägt, da die Kitten sonst mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% an der Erbkrankheit leiden werden.

3. Genotyp mut/mut
= Genotyp mutiert/mutiert
Es handelt sich um eine kranke Katze. Leider hat sie ein mutiertes Gen von ihrem Vater und ein mutiertes Gen von ihrer Mutter erhalten und leidet somit an der Erbkrankheit. Diese Katze würde die Mutation zu 100% an ihre Kitten weiter geben.

Es ist also unerlässich, dass die Eltern oder die Vorfahren auf GSD IV getestet wurden.
Im Anschluss an die Bezeichnung "GSD IV" liest man bei einem einwandfreien Testergebnis den Zusatz "N/N".




Quellen:
https://shop.labogen.com/gentest-bestellung/katze/norwegische-waldkatze/1993/glycogenspeicherkrankheit-typ-iv-gsd4?c=6
https://shop.labogen.com/custom/index/sCustom/485

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